Konter-Guide
Das Thema Konter ist sehr komplex. Hier ein kleiner Ratgeber. Zum Anfang kurz die harten Fakten.
Die Vorrausetzungen für ein gelungene Konterspiel sind:
- Die Konter Taktik greift nur, wenn das Mittelfeld der anwendenden Mannschaft dem gegnerischen Mittelfeld unterlegen ist.
- Der Ballbesitz muss unter 50% liegen, damit die Kontertaktik greift. Dabei wird der BB sekundengenau berechnet, d.h. das man z.B. durch rote Karten oder schlechte Kondi des Gegners über die 50% rutschen kann und ab dann nicht mehr "kontert".
- Die Taktik "Konter" reduziert das Mittelfeld Rating der anwendenden Mannschaft vor Beginn des Spiel um 7%.
- Konter sind nicht unbedingt von der Spezialtaktik Konter abhängig. Es kann in jedem Spiel zu Kontern kommen.
- Die Taktik "Konter" verhilft in der Regel zu nicht mehr als 3 zusätzlichen Konterchancen pro Spiel.
- Das Konterrating gibt an wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist ein vergebene Chance des Gegners in eine eigene Konterchance umzuwandeln.
- Die Konterfähigkeit wird vom PS und VT Skill der Abwehrspieler (bzw. VTs) bestimmt. Der PS Skill zählt mehr als der VT Skill, allerdings ist eine gute Konterstrategie ohne eine überlegende Abwehr sinnlos.
Kontern ist und bleibt ein Glücksspiel. Man kann nur versuchen das Glück auf seine Seite zu ziehen. Um das zu schaffen, sind die oben genannten Dinge der richtige Anfang. Des weiteren sollte man in Bezug auf seine Mannschaft folgende Empfehlungen beachten :
- Die eigene Verteidigung muss dem gegnerischen Sturm weit überlegen sein. Dies ist die einzige Waffe des Verteidungtrainers. Grundsätzlich sollte die Verteidigung verhältnismäßig stärker sein wie der gegnerische Sturm.
- Es gilt: Je niedriger der voraussichtliche Ballbesitz wird, desto stärker muss die eigene Abwehr sein. Nur so können die entstehenden Chancen für den Gegner zuverlässig abgewehrt werden.
- Das eigene Mittelfeld spielt auch beim Kontern eine wichtige Rolle. Der eigene Ballbesitz sollte im optimalen Fall nur knapp unter 50% liegen. Die Torchancen des Gegners werden somit minimiert und die eigenen Chancen, auch normale Tormöglichkeiten aus dem Spiel heraus zu bekommen, erhöht. Allein auf Konterchancen sollte man sich in der Regel nicht verlassen (allein schon wegen der SE-Tore), solche Spiele werden mit hoher Wahrscheinlichkeit verloren!
- Der eigene Sturm sollte der gegnerischen Abwehr überlegen sein. Dies sollte sich in zwei Dingen äußern. Zum einen in mindestens einer dem Gegner überlegenen Angriffsposition (besser 2 oder 3 überlegene Angriffsseiten). Nur so hat meine eine hohe Chance, die aus dem Konter entstandene Tormöglichkeit zu nutzen. Zum anderen in einen passenden Standardschützen. Passend heißt : Er sollte einen Standard-Skill besitzen, der dem gegnerischen Torwart-Skill weit überlegen ist. Göttlich ist dabei natürlich der optimale Fall, in unteren Liga tut es aber auch ein weniger weit trainierter Spieler. Ein versierter Standardschütze kann gerade bei knappen Spielen, durch einen verwandelten Freistoß oder Elfmeter, die Entscheidung bringen. Bei VT Trainer kommt es häufig zu solch engen Spielen, daher ist dieser Spielertyp ein Muss. Die Kombination aus gutem Torschuss und Standard-Skill bringt zusätzlich noch Fernschuss Sonderereignisse.
- Ein starker Torwart ist beim Kontern absolut empfehlenswert, da er einerseits am stärksten die Abwehrratings verbessert und andererseits die beste Waffe gegen Standardschützen der gegnerischen Mannschaft ist.
Formationen zum Kontern
Natürlich kann man nicht pauschal sagen, welches die beste Kontertaktik ist und sie hängt stark vom persönlichen Schwerpunkt ab. Für den Fall, dass man noch ein wenig MF mit ins Spiel bringen möchte, so ist eine 4-4-2 Taktik sinnvoll. Oft wird dabei ein Winger zur Mitte gestellt, der andere Winger spielt offensiv. Vorteil auch, die Formation muss nicht eingespielt werden und es gibt eventuell einen Überraschungseffekt.
Für die reine Abwehrschlacht empfiehlt sich ein 5-3-2. Die Winger werden je nach Geschmack defensiv für deutlich mehr Abwehrrating oder offensiv zum Verbessern des eigenen Angriffsrating gestellt.
Ein 5-4-1 ist eventuell sinnvoll, wenn der Gegner ein reiner STler ist und man mit wenig Aufwand die gegnerische Abwehr knacken kann. Ansonsten ist bei dieser Aufstellung ein Standard-Schütze oder ein SE-optimierter Kader sinnvoll. Ganz ohne Angriffratings gewinnt man diese Konterspiele sonst eher selten.
Kontern mit 3-5-2? Nunja, das kann durchaus erfolgsversprechend sein, solange die Abwehr stark genug ist und man knapp unter den 50% liegt. Es spricht allerdings wohl gegen die Natur des Konterns und ein Pressing kann bei überlegener Abwehr sinnvoller sein.
Erwähnen sollte man auch die Möglichkeit eines 5-2-3. Diese Aufstellung kann nicht eingespielt werden und wird daher zu einer Verwirrung führen. Wenn man jedoch eh komplett auf das MF verzichtet ist das egal. Dafür kann man eine sehr starke Abwehr und einen satten Sturm hinstellen. Dennoch ist diese Formation beim Kontern mit einem hohem Risiko verbunden. Gerade in Bezug auf die SE-Problematiken.
Letztendlich wird deutlich, dass es viele Formationsmöglichkeiten gibt. Welche genau die beste ist, hängt vom Gegner und seiner Stärken und Schwächen ab. Pauschale Empfehlungen sind daher nicht sinnvoll.
Wenn ich nun all diese Sachen beachtet habe. Gegen welche Mannschaften ist das Kontern am erfolgversprechensten?
Grundsätzlich ist das Kontern gegen Mannschaften mit niedrigem Verteidigungs- und Angriffsrating am erfolgversprechensten. Dies ist meist bei den Systemen 3-5-2 und 3-4-3 der Fall. Die Mittelfeldüberlegenheit bei einem 3-5-2 kann bis zu einem bestimmten Level durch die eigene Abwehr kompensiert werden. Mit dem starken Sturm bei einem 3-4-3 sollte man als VT Trainer kein Problem haben. Beide Systeme haben eine Hauptschwäche. Sie haben meist eine Abwehrseite, die wesentlich schwächer ist als die andere. Ein gutes Loch für mögliche Konter. Man sollte seine Sturm also genau auf diese Lücke ansetzen. Bei einem 3-5-2 stößt man auch oft auf die Benutzer der so genannten „Schweinetaktik“. D.h. die gesamte Abwehr wird zur Stärkung des Mittelfeldes offensiv gestellt und man hofft auf einen so hohen Ballbesitz, dass der Gegner überhaupt keine Chance bekommt. Diese Taktik kann einem Konterteam in die Karten spielen. Die eigene Verteidigung muss dabei zum einen die Mittelfeldunterlegenheit ausgleichen, zum anderen aber auch den gegnerischen Sturm im Griff haben. Und da der Gegner seine Verteidigung wiederum komplett aufgibt, sind die Chancen sehr hoch einen Konter oder eine sonstige Tormöglichkeit, auch mit einem schwachem Sturm, zu verwandeln.
Sonderereignisse
Sonderereignisse, so genannte SEs, sind die Schrecken eines jeden Trainers.
Selbst eine göttliche Verteidigung schützt nicht davor.
Es gibt mehrere Möglichkeiten wodurch SEs hervorgerufen werden können. Eine Möglichkeit ist z.B. das Fehlen von Kondition oder Erfahrung eines Abwehrspielers. Dadurch kann es zu negativen SE’s bei diesen Spielern kommen. Konditionsmangel kann gerade gegen Ende eines Spiels bei Verteidigern dazu führen, dass sie dem gegnerischen Spieler nicht mehr folgen können. Dies lässt sich durch einen mindestens durchschnittlichen Konditions Skill vermeiden. Mangelnde Erfahrung kann Fehlpässe der Verteidiger verursachen. Ab schwacher Erfahrung wird dieses SE neutralisiert.
Eine weitere Möglichkeit sind Sonderereignisse durch die Spezial-Skills der gegnerischen Spieler. Abgehängte Verteidiger durch schnelle Stürmer, verwandelte 40 Meter Pässe von unberechenbaren Spielern oder Ballzauberer die gegen einen kopfballstarken Abwehrspieler treffen. Vieles ist möglich. Als Verteidigungstrainer kann man sich aber gegen einige dieser SEs schützen. Es ist möglich die Chancen, dass der Gegner ein SE durch die Spezialfähigkeit eines seines Spielers bekommt, zu minimieren.
Dies funktioniert z.B. für die Spezialfähigkeiten Kopfballstärke und Schnelligkeit. Für die Berechnung der Chancen auf einen Kopfballstärke SE werden alle Spieler eines Teams mit einbezogen. Die Anzahl der kopfballstarken Spieler pro Team wird dann gegenüber gestellt. Ist die Zahl angeglichen, so gibt es unwahrscheinlicher ein Kopfball-SE. Je mehr die Zahl in Richtung Angreifer zeigt, desto größer ist für ihn die Chance auf einen SE. Es kann also nicht schaden möglichst viele kopfballstarke Spieler in seiner Mannschaft zu haben. Kopfballstarke VTs und MFler sind jedoch wieder SE-anfällig gegenüber ballzaubernden Stürmern, daher kann es sinnvoll sein, sich kopfballstarke Spieler auf anderen Positionen zu besorgen. Bei der Spezialfähikeit Schnelligkeit ist es etwas anders, denn sie kann die Fähigkeiten bei einem Spieler bei schlechtem Wetter reduzieren. Vom Wetter unabhängig ist jedoch die Wahrscheinlichkeit auf ein Schnelligkeits-SE. Dabei läuft der Stürmer einfach den Verteidigern davon. Um das zu verhindern reicht es aus selbst einen schnellen Spieler im Mittelfeld oder in der Abwehr aufzustellen. Dadurch wird die Chance auf ein Schnelligkeit-SE reduziert. Man erkennt letztendlich, dass es teilweise sehr schwer ist, die Wahrscheinlichkeiten für SEs zu verringern. Deshalb auch hier wieder der Hinweis: Man sollte sich nie auf das Kontern allein verlassen, denn egal wie stark die Abwehr ist, über SEs kann immer mal wieder ein Tor fallen.
Kann ich der Konterberechnung im Hattrick Organizer glauben?
Eher nicht. Er besitzt nun mal keine Möglichkeit SEs mit einzukalkulieren. Ebenso wenig kann man die Standardschützen des Gegners mit einbeziehen. Ein anderes Problem für eine sichere Berechnung ist der Zufallsfaktor Mensch. Der HO kann nur aufgrund der vergangen Spiele eine Aussage treffen, ob der Gegner aber eine dieser Aufstellungen anwenden wird, ist nicht vorhersehbar. Daher sollte man diese Berechnungen höchstens als Anhaltspunkt nehmen. Niemals als zuverlässige Aussage!
Einmal Konter, immer Konter?
Definitiv nicht. Als Verteidigungstrainer muss man taktisch flexibler sein als die Spielaufbautrainer. Ein Manager, der konsequent kontert, ist viel zu leicht auszurechnen und wird nur mit viel Glück und seltenst aufsteigen. Deshalb muss sich ein wenig mehr Gedanken über seinen nächsten Gegner machen als manch anderer. Die Kontertaktik darf auch nicht als Allheilmittel gegen übermächtige Gegner angesehen werden, genau das hat sie nämlich in Verruf gebracht. Sie wurde und wird oft in Spielen angewandt, die eh schon als verloren gelten. Durch die Kontertaktik erhofft man sich dann ein Wunder, das nur in den seltensten Fällen eintritt. Doch mit der richtigen Strategie, den richtigen Spielmaterial und etwas Glück klappt es immer wieder mal"
Ein anderer Faktor sind die immer stärker werdenden Mannschaften in den höheren Ligen. Ab einem bestimmten Level wird es immer schwieriger erfolgreich zu kontern. Diese Teams haben sich dann in der Regel nahezu komplett aufs Kontern optimiert.
Zum einen, weil man kaum noch Konterchancen bekommt. Zum anderen, weil die Gegner selbst immer stärkere Verteidiger besitzen, gegen die der eigene Sturm einfach nichts mehr ausrichten kann. Hinzu kommt, dass das Mittelfeld nun mal der wichtigste Faktor bei der Spielberechnung ist. Wenn man nun mit einem 5-4-1 oder 5-3-2 aufläuft, ist in die Mittelfeldunterlegenheit in den höheren Ligen einfach zu groß, um sie mit der Verteidigung auffangen zu können. Viele Trainer stellen deshalb auf ein 3-5-2 in der Liga um, nur so ist man auf lange Sicht konkurrenzfähig.
Geschrieben von BigB24 im Juli 2007.
Vielen Dank an Ralpho für die tatkräftige Unterstützung. |