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Skilltrading, quo vadis (Saison 29)

Mitte der Saison 26 habe ich auf der Homepage der FfA einen Bericht darüber veröffentlicht, wie erfolgreiches Skilltrading mit Verteidigern durchgeführt werden kann: Skilltrading-Bericht (08/05)

Saison 29 hat nun begonnen, es hat sich seitdem viel getan. Vor allem fünf wichtige Ereignisse haben das Skilltrading, wie es einmal war, grundsätzlich verändert:

  1. Passivtraining (Osmosis)
  2. Der allgemeine Preisverfall auf dem Transfermarkt.
  3. Steigerung der Anzahl von Skilltradern.
  4. Änderung der Gehaltsformel für Jugendspieler.
  5. Die Veröffentlichung des Tools psicoTSI.

Ich möchte auf den folgenden Seiten genau auf diese Punkte Bezug nehmen und wie bereits beim letzten Bericht sowohl Neueinsteiger als auch „alte Hasen“ um lebhafte (und faire) Diskussionen bitten. Manager, die von Skilltrading nicht viel zu wissen glauben, oder den oben verlinkten Bericht nicht kennen, empfehle ich aber, sich diesen zuerst als Basis durchzulesen.

Ein paar Tipps werde ich auch dieses Mal verraten, auch wenn es manchem nicht in den Kram passt.

Passivtraining (Osmosis)

Viele Skilltrader, die schon länger Traden (auch ich selbst) sind dazu übergegangen, ihre Skilltraidees nicht mehr aktiv zu trainieren, sondern nur im Kader zu haben, um sie nach dem Skillup durch Passiv-Training zu verkaufen. Das Prinzip ist folgendes: Jeder Spieler, der nur im Kader ist, aber nicht spielt (oder auf einer anderen Position als Verteidigung spielt), bekommt 15-20% des normalen, aktiven Trainings. Bei Spielern, die kurz vor dem Skillup stehen, reicht dies aus, um diesen Spielern nach wenigen Wochen im Kader zu einem Skillup (z.B. passabel -> gut oder gut -> sehr gut) zu verhelfen.

Im Gegensatz hierzu steht das „klassische“ Skilltrading: Ein Spieler wird kurz vor dem Skillup gekauft, in einem Spiel eingesetzt und erhält so viel aktives Training, um seinen Skillup zu haben.

Der Vorteil des Osmosis-Trainings liegt auf der Hand: Man braucht keinen Trainingsplatz dafür. Die Spieler (meist so viele, dass man gerade so nicht 50 Spieler im Kader hat) fristen ihr Dasein im Verein, werden trotzdem besser und nach dem Skillup verkauft. Zusätzlich zu bis zu 10 Spielern (also echten Trainees), die volles Training bekommen. Erfahrungsgemäß steigen beim Osmosis-Training ca. 3-5 Spieler pro Woche, was zusätzliche Einnahmen von (je nach Saisonzeitpunkt und Alter der Spieler) etwa 50-200 k€ pro Woche bedeutet.

Der Nachteil des Passivtrainings liegt vor allem darin, dass es lange dauert, was bei der derzeitigen Transfermarktsituation (siehe Absatz Allgemeiner Preisverfall) dazu führt, dass es auch mal zu Verlusten bei einzelnen Spielern führen kann, wenn man nicht sehr vorsichtig ist.

Allgemeiner Preisverfall.

Seit einiger Zeit sind die Preise für Spieler im freien Fall. Hierfür gibt es eine Menge Faktoren, aber ich bin der Meinung, dass es Abwehrtrainer noch etwas schlimmer trifft, da seit 2-3 Saisons die Schweinetaktik eine Art Renaissance erlebt, die es für viele Spieler unnötig macht, sich Verteidiger zu kaufen, da eine adäquate Ausrüstung an Mittelfeldspielern, Flügelspielern und Stürmern oftmals ausreicht, um Spiele zu entscheiden.

Dieser Preisverfall ist aber nicht ubiquitär (Anm. der Red.: immer gleich). Am Saisonbeginn werden für talentierte 17-jährige Jugendliche weiterhin die horrenden Preise gezahlt, wie in den Saisons zuvor. Im Verlaufe der Saison nehmen diese Preise jedoch stark ab und mittlerweile wird am Ende der Saison für einen guten, nackten 17-jährigen Verteidiger kaum noch mehr als 40 k€ bezahlt, wo man sich vor zwei Saisons sicher sein konnte, fast das Doppelte für einen solchen Spieler zu erhalten.

Dieser Faktor macht das Skilltrading, neben einigen anderen auf die ich noch später eingehe, schwieriger als noch vor einigen Saisons. Ich musste letzte Saison zum ersten Mal mehrere Spieler als Verlustgeschäft verbuchen, die ich als passable 17-jährige Verteidiger in Woche 5-7 der Saison für ca. 50 k€ gekauft habe. Nach einigen Wochen Passivtraining waren diese Spieler auf gute Verteidigung gestiegen, dennoch konnte ich sie gegen Ende der Saison nur für ca. den gleichen Preis wieder verkaufen, die Transfergebühren blieben mir als Verlust.

Meiner Ansicht nach gibt es hier momentan zwei Möglichkeiten, dem Dilemma des Preisverfalls vorzubeugen:

  1. Wenn Skilltrading mit 17-jährigen betrieben wird, müssen die Spieler schnellstmöglich wieder verkauft werden, und das bedeutet: Sie werden kurz vor dem Skillup gekauft, in derselben Woche eingesetzt und gleich wieder verkauft. Jede Woche, die ein Spieler im Kader ist und nur Passivtraining erfährt, ist bei diesen Spielern eine in Geldwert verlorene Woche. Dies ist besonders extrem beim Skilltrading von gut auf sehr gut, weniger stark beim Trading von passabel auf gut.
  2. Wenn man Passivtraining macht, sollte man ältere Spieler nehmen. 18-jährige oder 19-jährige passable Verteidiger kosten im Einkauf ca. 3-10 k€, nach dem aktiven oder passiven Training auf gut, kann man sie für 25-60 k€ verkaufen. Diese Preise sind über die Saison (noch?) deutlich stabiler als die Preise für 17-jährige. Nachteil ist die deutlich geringere Gewinnspanne als bei 17-jährigen. Aber dafür kann man die oben genannten Vorteile des Passivtrainings genießen. ;-)

Steigerung der Anzahl von Skilltradern.

Vor drei Saisons war Skilltrading noch eine Nische weniger Manager. Mittlerweile kennen sich viele Manager mit den grundlegenden Prinzipien aus und die Zahl der Skilltrader hat sich stark vergrößert. Ich kenne keine Statistiken hierzu, aber ich schätze, dass sie sich zumindest für das Verteidigungs-Skilltrading in den letzten drei Saisons ca. verdrei- bis verfünffacht hat. Um etwa diesen Faktor sind auch die Mitgliederzahlen der Skilltrading Föderationen gestiegen. Ursache dafür ist wohl einzig und allein die, dass sich herumgesprochen hat, dass man mit Skilltrading gutes Geld verdienen kann.

Aber wozu führt das? Die Nachfrage nach für das skilltrading-geeigneten Spielern steigt stark an. Nach erfolgreichem Skilltrading dieser Spieler wird der Markt dann mit Spielern überschwemmt, die gerade einen Skillup haben. Und an diesen Stellen greifen die Prinzipien von Angebot und Nachfrage, und um es kurz zu machen: Die Gewinnspanne für erfolgreiches Skilltrading sackt stark ab.

Das ist ein ganz normales Prinzip und war auch beim Daytrading zu beobachten, als es modern wurde. Analog ist es beim Flaggen-Sammeln. Bevor es jeder gemacht hat, hatte man eine Chance, seltene Flaggen zu bekommen. Mittlerweile ist das nahezu unmöglich. Angebot und Nachfrage eben.

Übrigens, falls ein Manager aus Jamaika an diesem Bericht Gefallen haben sollte, meine Vereins-ID steht unten. Danke. ;-)

Aber grau ist alle Theorie. Was kann man aus diesen Punkten lernen? Ich denke, dass erfolgreiches Skilltrading zeitaufwändiger ist und es aufgrund der oben genannten Punkte weitaus mehr Fingerspitzengefühl erfordert. Vor drei Saisons konnte wirklich jeder, der das Prinzip verstanden hat, große Gewinne scheffeln. Heute muss man die Marktpreise sehr genau im Auge behalten, um nicht in die Verlustzone zu rutschen.

Dennoch ist erfolgreiches Skilltrading noch immer möglich, wenn man folgende Punkte beherzigt:

-         17-jährige so schnell wie möglich zum Skillup bringen und verkaufen, Passivtraining bei 17-jährigen Spielern kann böse enden. Die Gewinnspanne für 17-jährige, die aktiv trainiert und nach dem Skillup schnell verkauft werden, ist vor allem zu Saisonbeginn immens.

-         Passivtraining nur bei älteren Spielern (18 oder älter).

-         Genaues Beobachten der Marktpreise. Man neigt in Euphorie dazu, für einen Spieler mehr zu bieten. Aber mit jedem Klick wird die Gewinnspanne kleiner.

Nach diesem Ausflug in die Markttheorie, nun der praktische Teil. Wie erkenne ich eigentlich

einen Spieler, der kurz vor dem Skillup steht?

Es gibt vor allem zwei Parameter, an denen man den Subskill eines Spielers erkennen kann. Dies sind der TSI und das Gehalt. Immer wenn im Folgenden vom Gehalt die Rede ist, bezieht sich dies auf das Gehalt eines Spielers in seinem Heimatland. Bei Spielern, die im Ausland spielen, sind entsprechend 1/6 des Gehaltes abzuziehen, um vergleichbare Werte zu erhalten.

Hierbei hat das Gehalt den Nachteil, dass es immer nur zu Beginn einer Saison oder bei der Neugenerierung eines Spielers berechnet wird. Außerdem gibt es keine Maske, um auf dem Transfermarkt danach zu suchen.

Ich bevorzuge immer noch das Skilltrading nach Gehalt, welches ich im folgenden Abschnitt vorstellen werde. Das Skilltrading nach TSI werde ich im Abschnitt danach anreißen.

Änderung der Gehaltsformel für Jugendspieler.

Ende 2005 hat HT die Gehaltsformel für frisch gezogene Jugendspieler geändert. Das bedeutet den Vorteil, dass alle Altersstufen miteinander vergleichbar sind und den Nachteil, dass die Gehälter nun bei allen Spielern auf glatte 20€-Summen gerundet werden, was das Skilltrading schwieriger macht.

Auf die Frage, ob die Erschwernis des Skilltrading der Grund für diese Änderung war, hat HT-Johan im Global geantwortet „That´s one of the worst conspirational theories I´ve ever heard of“ (Anm. der Red.: „Das ist eine der schlechtesten konspirativen Theorien, die ich jemals gehört habe“).

So, aber nun zum Kern der Frage: Wie erkenne ich am Gehalt eines Spielers, ob er kurz vor einem Skillup steht. Wem das folgende zuviel Zahlenwerk ist, scrollt eine halbe Seite nach unten.

Dazu muss man die Gehaltsformel kennen. Sie lautet angenähert:

Gehalt in € = 250 + g + x + 0,00011*(VT)^7,12 + 0,00016*(TS)^7,02 + 0,00009*(FS)^7,015 + 0,00009*(PA)^7,015.

Dieser Wert wird dann auf glatte 20€ abgerundet.

Mit folgenden Parametern: VT, TS, FS, PA sind die Verteidigungs-, Torschuss-, Flügelspiel- und Passingskills der Spieler.

X ist ein gemeinsamer Wert für Spielaufbau und Kondition, den ich noch nicht genau angenähert habe. Für Kondition durchschnittlich oder geringer und SA schwach oder geringer ist dieser Wert vernachlässigbar klein.

g ist ein Wert für den Torwartskill. Und hier beginnen die Probleme mit der neuen Gehaltsformel: Feldspieler haben fast immer einen katastrophalen Torwartskill. Aber auch der kann einen Subskill haben. Und das Gehalt für einen katastrophalen Torwartskill, der kurz vor erbärmlich steht, beläuft sich auf ca. 40 €.

Schaut man sich die obige Formel an und setzt Zahlenwerte ein, dann erkennt man, dass zum Beispiel ein guter Verteidiger für seinen Verteidigungsskill je nach Subskill ein Gehalt zwischen 114 € (0,00011*7^7,12) und 296€ (0,00011*7,99^7,12) erhält. Die 250€ Grundgehalt draufgerechnet und abgerundet ergibt sich für nackte, gute Verteidiger also ein Gehaltsspanne von 350 bis 530€. Problematisch ist nur der schon angesprochene Torwart-Subskill, der sich zwischen 0 und 40€ bewegt, so dass auch Verteidiger mit hohem Sub in katastrophalem Torwart existieren, die 640€ bekommen und noch passabel sind, aber auch 820€-Verdiener, die noch gut sind. Umgekehrt gibt es auch nackte gute mit 350€ und nackte sehr gute mit 530€.

Und für alle diejenigen, die keine Lust haben, Zahlen einzusetzen, hier jetzt Kaufempfehlungen für das Gehalt geeigneter Skilltrading-Spieler (nicht nur Verteidiger).

Dies gilt nur für nackte Spieler mit katastrophalem Torwartskill, die keinen B-Skill höher als schwach haben und die maximal durchschnittliche Kondition und schwachen Spielausbau haben. Vorsicht bei Spielern, die 20% Gehaltszuschlag bekommen, die Werte unten beziehen sich auf Spieler in ihrem Heimatland.

Für Spieler mit B-Skills könnt ihr die obige Formel verwenden, um auszurechnen, was der entsprechende B-Skill wert ist. Für Trading ab sehr gut, empfehle ich, nicht nach Gehalt, sondern nach TSI zu gehen (siehe unten)

Skill

Trading von passabel auf gut

Trading von gut auf sehr gut

Verteidigung

370€ oder mehr

650€ oder mehr

Flügelspiel

330€ oder mehr

550€ oder mehr

Torschuss

390€ oder mehr

570€ oder mehr

Passing

230€ oder mehr

450€ oder mehr

Wenn ihr also einen nackten, guten Verteidiger mit 650€ Gehalt seht, hat dieser Spieler einen sehr hohen Subskill. Das ist die ganze Aussage dieser Tabelle. ;-)

Die Veröffentlichung von psicoTSI

Ich kann anhand des TSI einigermaßen Subskills abschätzen, gleichwohl mache ich Skilltrading fast ausschließlich anhand des Gehaltes, weil ich mich dort sicherer fühle und meine Schätzungen genauer sind. Daher schreibe ich nichts darüber, wie man anhand des TSI den Subskill bestimmen kann. Es gibt aber auch Manager, die Skilltrading fast ausschließlich über den TSI machen und für die das Gehalt ein rotes Tuch ist.

PsicoTSI (Link) ist ein Tool, das den Subskill von Spielern anhand ihres TSI berechnet. Leider ist das Tool seit kurzen nicht mehr kostenlos, aber ich habe es in letzter Zeit sehr zu schätzen gelernt.

Wenn man den Subskill von Spielern im Bereich von passabel und gut einschätzen will, habe ich die Erfahrung gemacht, dass PsicoTSI hierbei recht ungenau ist. Hier sind Abschätzungen anhand des Gehaltes genauer. Bei sehr guten Spielern nehmen sich beide Abschätzungen nicht viel und bei Spielern mit einem A-Skill von hervorragend und höher ist PsicoTSI das Tool der Wahl. In diesen Bereichen ist es sehr genau, unabhängig von mehr oder weniger hohen B-Skills, was es beim Skilltrading in höheren Bereichen (auch wenn es dort wenige Spieler gibt) zu einem unverzichtbaren Tool macht.

PsicoTSI hat einige Schwächen, wann man das Programm nicht einsetzen sollte, und zwar, wenn ein Spieler katastrophale Kondition oder katastrophale oder erbärmliche Form hat, in diesen Fällen arbeitet das Tool sehr ungenau. Auch, wenn der B-Skill gleich hoch oder höher als der A-Skill ist, ist das Tool nicht besonders gut.

Ein extrem großer Vorteil von PsicoTSI ist aber, dass es auf neuronalen Netzwerken beruht. Für alle, denen das nichts sagt, heißt das vereinfacht wohl soviel, dass das Programm in gewisser Weise selbst lernend ist, was das Schätzen des Subskills angeht.

Ich empfehle das Programm allen, die Subskills von Spielern mit einem A-Skill von sehr gut oder höher abschätzen wollen.

Abschließendes

Ich hoffe, dass ich einigen Managern einen erweiterten Einblick in das Skilltrading gegeben habe, als sie ihn bislang hatten. Ich habe lange überlegt, ob ich nach dem ersten Bericht noch einen veröffentliche.

Ich habe damals neben dem positiven Feedback und interessanten Diskussionen, die auch für mich sehr lehrreich waren, Anfeindungen von einzelnen Managern erhalten, die ich als nicht besonders nett empfunden habe. Mit Kritik kann ich leben, ich weiß auch, dass ich hier Geheimnisse ausplaudere, die manche besser für sich behalten wollen, aber wenn ihr diesen Bericht kritisieren möchtet, dann bitte sachlich.

Auch die Tatsache, dass Manager nicht auf Spieler bieten, die in diesem Bericht als Skilltrading-geeignet angepriesen werden, sondern einfach darauf warten, dass mein Vereinsname auf der Transferliste steht und mich blind (auch bei Müll-Spielern) überbieten, finde ich bedenklich. Aber das ist der Preis, den ich wohl zahlen muss.

Dennoch finde ich, dass es sinnvoll ist, diesen Bericht zu verfassen und anderen Spielern über das Skilltrading zu berichten. Andere Manager helfen weiter, indem sie Hilfsprogramme schreiben, Radiosendungen machen oder Hattrick-Zeitungen herausgeben. Dies ist mein Beitrag für die Föderation und die Community. Viel Spaß und Erfolg bei Traden.

MARFI Anabolikas Team (TeamId=520464)

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